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Kategorie: Nachhaltigkeit

Die Zukunft der Wirtschaft

“Code Jonathan” eine Kurzgeschichte von Aristidis Selalmazidis

Das Wirtschaftssystem bricht zusammen, die gesamte Welt sieht sich mit einem scheinbar unlösbaren Problem konfrontiert. Eine rettende Idee erreicht jeden Einzelnen auf der Welt per E-Mail. Die Menschheit wird zur ehrlichen Zusammenarbeit aufgerufen, zwischenmenschliches Vertrauen ist gefragt, denn nur das Miteinander kann jetzt noch die Welt retten.

Leseprobe

Jonathan wacht in dem kleinen Haus mit Blick auf den Seglerhafen auf und blinzelt in die Sonne Südfrankreichs, die durch die großen Fenster scheint. Ihm wird bewusst, dass er nicht mehr träumt und dass sie bei ihm ist. Jonathan setzt sich kurz entschlossen auf. Irgendetwas stimmt nicht. >>Was geht da vor?<<, fragt er mit besorgtem Unterton. Sie antwortet, indem sie ihren eleganten Kimono etwas glatt streicht und ihn zu sich winkt. Als er hinter ihr steht, erfasst er auf dem Bildschirm die Unruhe der Nachrichtensprecherin. Im Hintergrund sind in kleinen eingeblendeten Fenstern Korrespondenten von den großen Finanzzentren der Erde zu sehen. Die Grafik der Kurse braucht im Grunde keine Erläuterung. Die Linie ist rot und fällt steil ab wie ein Pfeil, der in den Boden geschossen wird. Jonathan ist schlagartig hellwach. Alle Aktien, ohne Ausnahme, sind nahezu auf null gefallen – an allen Börsen der Welt, zur selben Zeit……

Es heißt, es ist wirtschaftlich sinnvoll, die ökonomische, soziale und ökologische Verantwortung im eigenen Betrieb wahrzunehmen. Warum ist das so? Worin bestehen die Chancen?

Die Nachricht für Pessimisten ist: Nachhaltigkeit ist anfangs zeit- und investitionsintensiv, wie so oft, wenn man zum Besseren greift. Und es braucht Charakterstärke.
Die Nachricht für Optimisten ist: Man kann vorsichtig in kleinen Schritten beginnen. Nachhaltigkeit ist langfristig günstiger und Sie senken mit nachhaltigen Strategien ihre Kosten, erschließen neue Märkte, schaffen neues Wachstum und gewinnen Marktanteile.

Als Unternehmen profitieren Sie von der positiven Wirkung nach innen und außen. Warum? Immer mehr Menschen kaufen wert- und sinnorientiert ein. Das beweist der enorme Erfolg der Ökoprodukte, aber auch die Bespiele großer Konzerne, die ökologisch arbeiten wollen. Heute pflichten über 70 Unternehmen diesen Prinzipien bei – angefangen bei ökologisch führenden Firmen wie Interface, dem Hersteller von Teppichböden und Teppichfliesen, und The Body Shop bis hin zu globalen Giganten wie der Bank of America, Coca-Cola und Nike.

Die Gesetze, die Gesellschaft, die Ethikrichtlinien in den finanzierenden Fonds der Banken und im Handel werden Lieferanten zunehmend zwingen, bestimmte Vorgaben zu erfüllen. Wir modernisieren uns nachhaltig oder wir werden modernisiert. Nachhaltigkeit als Einzel-Merkmal reicht natürlich nicht aus, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Anders herum wird es sinnvoll: Ohne Nachhaltigkeit als Produkt- oder Service- Merkmal reicht es zukünftig nicht mehr aus, wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Marktpotenzial: Nachhaltigkeit

Laut New York Times hatte der Markt für werteorientierten Handel, angefangen bei Bio-Nahrung und Öko- Tourismus über umweltfreundliche Geräte bis hin zu alternativer Medizin, im Jahr 2000 230 Milliarden Dollar erreicht, mit einem jährlichen Wachstum im zweistelligen Bereich. Die Times bezeichnete ihn als „den größten Markt, von dem Sie noch nie gehört haben“.

Heute dürfte der Markt nach Schätzungen ein Volumen von mindestens 800 Milliarden Dollar umfassen. Fast eine ganze Billion! Nur in den USA. Der Blick nach Amerika lohnt sich auch, wenn Ökologie in den USA von Europäern zu Recht als neu und widersprüchlich gesehen wird.
Aber gerade das Erwachen dort ist ein Zeichen. Wissen wir doch aus Jahrzehnten, dass wir dort Trends ablesen können. Glauben Sie immer noch, nachhaltige Ideen für bewusste Konsumenten sind nicht Ihr Thema?

Nachhaltigkeit als Lebensstil

Das „The Natural Marketing Institute“ veröffentlichte folgende Zahlen aus Amerika, um zu zeigen, welches Marktpotenzial erreicht werden kann. Bewusste Kon- sumenten werden oft als „LOHAS“ („Lifestyles of Health and Sustainability“, im Deutschen „gesundheitsorientiert und nachhaltig im Lebensstil“) bezeichnet. Das Marktvolumen für die einzelnen LOHAS-Segmente, die ermittelt wurden, können Sie anhand der aufgeführten Punkte sehen.
•    Persönliche Gesundheit: 118 Mrd. $

•    Alternative Energien: 400 Mio. $

•    Alternative Fahrzeuge: 6,1 Mrd. $

•    Umweltbewusstes Bauen: 49,7 Mrd. $

•    Natürliche Lebensstile: 10,6 Mrd. $

•    Sozialverantwortliche Investitionen: 215 Mrd. $
90 Prozent der LOHAS-Kunden kaufen lieber von Unternehmen, die ihre Werte teilen oder wider- spiegeln. Sie entscheiden sich für bewusste Unternehmen und Verbraucherverantwortung. Laut Agromilago Research lag der Umsatz mit Bio- Lebensmitteln in Deutschland im Jahr 2007 bei 5,3 Milliarden Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent entspricht (www.agromi- lagro.de). Mehr als 2.800 deutsche Hersteller bieten inzwischen mehr als 48.500 Produkte mit Bio-Siegel an (Stand: 30. Juni 2008, www. bio-siegel.de). Es spricht also nicht nur unser Gewissen für Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, sondern vor allem auch die Zahlen des Erfolgs.